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Transistor: Schnittig oder Verschnitten?

Was hab ich mich gefreut, als der Download endlich startete… Bald konnte ich endlich den neusten Titel des Teams spielen, die mit Ihrem Debut-Game „Bastion“ eines meiner absoluten Lieblingsspiele entwickelt haben. „Transistor“, der zweite Titel des Indie-Teams „Infinite Games“, welches mit Ihrem Überraschungshit „Bastion“ anno 2011 die Herzen vieler Gamer für sich erobert hat. Lange muss ten Fans des neuen Stars am Indie-Himmel warten, um in den Genuss eines weiteren Titels der begabten Game-Entwickler zu kommen. Dieses warten hat seit dem 20. Mai 2014 und dem Erscheinen des Titels „Transistor“ endlich ein Ende. Ob das Game das Erbe des Vorgängers würdig vertritt, werde ich jetzt, nach dem erstmaligen Durchspielen, versuchen zu klären. Dies ist keine einfache Aufgabe, da es sich nicht einfach um einen Nachfolger des Vorgängers handelt (wie es viele Studios heute leider einfach durchziehen) sondern um eine komplett neue und eigenständige IP.

Sofort nach Starten des Spiels wird man in die futuristisch-klassische Steampunk-Fantasy-Welt geworfen. Kein Menü, keine Optionen und kein Klick auf einen „Start-Knopf“ notwendig. Es geht sofort los; Man wird in eine Welt geworfen, in der man zunächst erst einmal gar nichts versteht. Wir sind „Red“ die Protagonistin deTransistors Spiels und ziehen als erste Handlung ein Schwert aus einer Leiche. Dieses Schwert ist „Transistor“ und somit Namensgeber des Spiels. Daher ist es nicht verwunderlich, dass unsere neue Waffe auch den größten Teil des Gameplays einnimmt. Der Transistor ist nämlich kein einfaches Schwert, sondern eine geheimnisvolle High-Tech-Waffe, die offenbar die Seelen verstorbener Menschen aufnimmt und diese in Fähigkeiten und Kräfte umwandelt, die das Schwert permanent stärker werden lassen.

Und somit sind wir im wesentlichsten Bestandteil des Spiels angekommen: Das Auswählen, Konfigurieren und Verknüpfen dieser Kräfte. Unsere Heldin kann an bestimmten Terminals im Spiel, jeweils vier aktive Kräfte wählen. Der Clou hierbei ist, dass jede Kraft nicht nur aktiv ausgeführt werden kann, sondern alternativ auch als Upgrade für eine andere Kraft, oder sogar als passive Fähigkeit genutzt werden kann. Das bedeutet, dass eine unserer Startkräfte, eine Attacke mit großer Reichweite, später zum Beispiel andere Attacken mit größerer Reichweite upgraden kann. Dies lässt viel Raum zum Experimentieren, da man stetig überlegt, welche Fähigkeiten man wie kombiniert.

Das Spielkonzept wird umschlossen von einer wunderschönen Spielwelt aus der Iso-Perspektive. Die Stadt und Landschaften in denen „Transistor“ spielt sind einfach wundervoll gezeichnet und sollten jeden Fan des Titels „Bastion“ sofort wieder in ihren Bann ziehen. Die Detailverliebtheit der Entwickler scheint sich seit dem ersten Titel nochmal gesteigert zu haben und lässt uns eine Welt erleben, welche vor Details nur so strotzt. Ein eigener Button, der die Spielfigur in Ihrer Welt einfach nur freudig springen lässt, spricht für sich selbst 🙂

transistor_19-mar-2013_01.jpg w=655Bei der Liebe zur Spielwelt kommen wir zu einem weiten Punkt, der schon beim Vorgänger hoch gelobt wurde: Dem Soundtrack. Schon die Musik zu Bastion war ein Bestseller und ist auch heute noch, zum Beispiel über Steam, separat oder im Bundle mit dem Spiel erhältlich. „Transistor“ wird dem Erbe seines spirituellen Vorgängers mehr als gerecht. Die Musik passt jederzeit zum emotionalen Grundton des Spiels und weckt in den richtigen Momenten die Emotionen des Spielers. Emotionen werden in „Transistor“ nämlich auch großgeschrieben. Trotzdem (oder gerade “weil“) man am Anfang so ahnungslos in die Welt entlassen wird, muss ich doch gestehen, dass ich wirklich schlucken musste, als die letzte Szene des Spiels vor mir ablief und ich nicht wusste, ob ich  absolut glücklich oder tief traurig sein sollte. Und da das Spiel einen die ganze Zeit durch eine solch emotionale Achterbahnfahrt treibt, gehen die vier bis fünf  Stunden, die der Titel liefert ruck zuck vorbei. Eigentlich schon zu schnell, da man das Gefühl hat, nach dieser Zeit gerade erst mit der Spielwelt und auch dem Gameplay wirklich vertraut worden zu sein.

Alles in allem ist „Transistor“ ein würdiger zweiter Titel des kleinen Teams von „Supergiant Games“. Fans des Vorgängers können (müssen) bedenkenlos zugreifen (wenn sie es nicht schon längst haben). Alle anderen Rollenspiel- und Action-Adventure Fans, sowie Gamer mit Herz für Indie Titel sollten auf jeden Fall auch überlegen sich dieses Game zu gönnen. Am besten direkt mit dem Soundtrack im Warenkorb 😉

„Transistor“ ist aktuell für die PS4 sowie über Steam für den PC erhältlich.

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