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Hand hoch, wer ma‘ wieder richtig Bock auf’n Spielemusikkonzert hat!

Die bisherigen Konzertalben schon rauf und runter gehört? Die gesammelten Tickets vergangener Konzerte an der Pinwand wehmütig anseufzend? Noch sehnsüchtig an das warme Gefühl denkend, das einen im Konzertsaal von Kopf bis Fuß durchströmt hat und als Gänsehaut abgekühlt ist? Ja, irgendwie fehlt dieses Jahr was. Nachdem man lange Zeit hierzulande außer vom Symphonic Fantasies-Wiederholungskonzert (5. & 6. Juli) nix gehört hat, Symphonic Odysseys schon fast wieder ein Jahr her ist (Juli 2011) und damit die vierteilige Symphonic-Serie ihr offizielles Ende nahm, wurden in den letzten Wochen gleich zwei neue Konzertprojekte angekündigt.

Dieses wird der sechste Streich oder die geistige Fortsetzung der GC Eröffnungskonzerte

Die Symphonischen Spielemusikkonzerte (engl. Symphonic Game Music Concerts), zu denen auch die vierteilige Symphonic-Reihe des WDR zählt, nahmen ihren Anfang mit der Eröffnungskonzert-Reihe der Games Convention in Leipzig. Inspiriert durch die japanischen Orchestral Game Music Concerts, stellte Gründungsvater Thomas Böcker, der seit 1999 im Soundtrack-Geschäft ist, im Jahre 2002 sein Konzept eines Spielemusikkonzerts der Leipziger Messe vor. Damit wurde die am längsten bestehende und vor allem erste Spielemusikkonzert-Serie außerhalb Japans im Leipziger Gewandhaus im Jahre 2003 geboren.

Nach dem fünften Eröffnungskonzert im Jahre 2007 wurde die Reihe von der Leipziger Messe zugunsten der Video Games Live-Reihe offiziell abgesetzt. Laut einer Stellungnahme erfuhren Thomas Böcker & Team damals davon nur durch eine Pressemitteilung. Einige Ereignisse und Entscheidungen später fand die Serie beim WDR in Köln ihr neues Zuhause. Mit PROMS – That’s Sound, That’s Rhythm wurde das erste hauseigene Spielemusikkonzert mit Crossover-Charakter – die andere Hälfte des Konzerts widmete sich populärer klassischer Werke – ins Leben gerufen und gleichzeitig der Grundstein für die Symphonic-Reihe gelegt.

Am 13. April wurde auf der offiziellen Internetpräsenz der Spielemusikkonzerte das Symphonic Game Music Concert im WDR-Funkhaus am Wallrafplatz für den 16. November, 20 bis 22 Uhr, angekündigt. Der Kartenverkauf startet voraussichtlich ab dem 16. Juli. Dabei werden Karten in den Preisklassen 10€, 15€ und 20€ zzgl. VVK-Gebühren erhältlich sein. Tipp: Tag im Kalender notieren und so früh wie möglich zuschlagen!

Inhaltlich wird getreu dem alten Motto „east meets west“ an die GC Eröffnungskonzerte angeknüpft, d.h. es wird zu etwa gleichen Teilen Videospielmusik aus Fernost sowie aus dem Westen gespielt. Bislang wurden zwei konkrete Programmtitel genannt: Zum einen das Stück Apotheosis aus dem PS3-Adventure Journey von Austin Wintory, der mit diesem Soundtrack sein Debüt als Videospielmusik-Komponist feiert. Zum anderen wird ein alter Bekannter wieder mit von der Partie sein: Chris Hülsbeck! In Anlehnung an Hülsbecks Kickstarter-Projekt wird Roger Wanamo u.a. die Stücke T2 Title, The Great Bath und Concerto for Laser and Enemies zu einem orchestralen Arrangement verweben.

Gestern gab Thomas Böcker im zweiten Teil des Interviews mit Square Enix Music Online (SEMO) weitere Informationen zum Programm bekannt: Benyamin Nuss wird noch einmal das Final Fantasy Piano Concerto vom Symphonic Odysseys-Konzert am Klavier begleiten. Darüber hinaus wird Musik von folgenden Komponisten aufgeführt:

  • Kai Rosenkranz (Gothic II & III)
  • Austin Wintory (Journey, Flow)
  • Chris Hülsbeck (Turrican, Giana Sisters, Apidya, Katakis)
  • Yasunori Mitsuda (Chrono Trigger & Cross, Xenogears & -saga, Tsugunai)
  • Masashi Hamauzu (SaGa Frontier II & Unlimited SaGa, FF VII: DoC, FF X, XIII & XIII-2)
  • und andere!

Welche Komponisten noch dabei sein könnten, ist natürlich reine Spekulationssache. Allerdings könnten diesmal sogar Komponisten aus den weniger bekannten SNES- und Playstation-RPG-Serien dabei sein, verriet mir Thomas Böcker in seiner sehr herzlichen Antwort-Mail auf meinen Wunsch, mehr RPG-Musik abseits vom Hause Square Enix zu spielen.

Einige werden bei den Stichworten „Funkhaus“ und „Hülsbeck“ vielleicht an Symphonic Shades zurückdenken. Andere verbinden mit dem schwedischen Dirigenten Niklas Willén, der dieses Mal das Zepter übernimmt, wohl eher Erinnerungen an Symphonic Legends. Insgesamt erinnert die Besetzung aber an alle Symphonic-Konzerte: Spielen wird wie gewohnt das WDR Rundfunkorchester Köln, begleitet vom WDR Rundfunkchor Köln. Thomas Böcker übernimmt für dieses Konzert die Rolle des Beraters. Als Arrangeure konnte er wieder die befreundeten Finnen Jonne Valtonen, der seit dem dritten GC Eröffnungskonzert arrangiert und orchestriert, sowie Roger Wanamo engagieren. Spätestens mit Symphonic Fantasies haben beide einen festen Platz in den Herzen der Fans und werden deshalb stilistisch auch an die Symphonic-Reihe anknüpfen. Fehlt nur noch die Klavierbesetzung, die sich Benyamin Nuss natürlich nicht hat nehmen lassen, der wie Roger Wanamo mit Symphonic Fantasies zum Ensemble stiess.

Anders als in den Jahren zuvor wird das Symphonic Game Music Concert im Rahmen der SoundTrack_Cologne 9.0 stattfinden, einem jährlichen Kongress für Musik und Ton in Film und Medien. In den letzten Jahren wurden dort neben Filmmusik-Vorträgen beispielsweise auch solche zu Castlevania, God of War III und allgemein zur Musik in Videospielen gehalten. Daher dürfte die Vermutung für den Videospielmusik-Fan interessant sein, dass vielleicht der ein oder andere Videospielmusik-Komponist – abseits des Konzerts – einen Vortrag halten wird.

Final Symphony!

Was hinter Final Symphony steckt, verrät Thomas Böcker im ersten Teil des Interviews mit SEMO:

„In a nutshell, Final Symphony (working title) is a unique orchestral concert dedicated to Final Fantasy. It will feature music from Final Fantasy VI, Final Fantasy VII, and Final Fantasy X in entirely new, elaborate arrangements.“

In Zusammenarbeit mit Square Enix sind mehrere internationale Aufführungen geplant, davon natürlich mindestens eine in Deutschland. Wo genau, wird noch offen gelassen, was den Fans momentan viel Raum zum Spekulieren lässt. Das Deutschland-Konzert soll in der ersten Hälfte von 2013 stattfinden, der Kartenverkauf dazu im Sommer / Herbst dieses Jahres.

Nobuo Uematsu wird dem Projekt als Berater und Vertrauter bei Problemen zur Seite stehen. Um den Großteil der Arrangements kümmert sich das beliebte finnische Duo aus Jonne Valtonen und Roger Wanamo. Darüber hinaus konnte Masashi Hamauzu für das Projekt gewonnen werden, der seine eigene Musik sowie Uematsus Stücke aus FF X arrangieren wird. Gespielt wird unter der Leitung von Eckehard Stier, der schon das CD-Album drammatica – The very best of Yoko Shimomura sowie die japanische Symphonic Fantasies Tokyo-Aufführung dirigiert hat. An der Klaviatur wird uns wieder Herr Nuss verwöhnen.

Inhalt wird sich auf die drei oben genannten Teile deswegen konzentriert, weil damit mehr Freiraum geschaffen werden soll, um noch nie oder nur selten gespielte Final Fantasy-Musik zu kreieren. Warum gerade diese Teile und z.B. nicht Teil VIII oder IX gespielt werden, erklärt Thomas Böcker ebenfalls im Interview. Wie schon in Symphonic Fantasies und Symphonic Odysseys zu hören, wurden bislang überwiegend nur die Battle-Themes für jene Teile der Serie orchestriert. Davon möchte man sich lösen, weil die Spiele von ihrer Handlung, den Charakteren und der Atmosphäre her deutlich mehr zu bieten haben. Final Symphony versucht daher, ein musikalisches Portrait der drei Teile zu präsentieren, das ihrem Wesen gerechter werden soll.

Auslöser für die Projekt-Idee war Nobuo Uematsu, der von Symphonic Fantasies so angetan war, dass er gleich danach auf Thomas Böcker zukam und den Wunsch äußerte, noch mehr seiner Musik in diesem Stil zu hören. Noch im gleichen Jahr legte Böcker Uematsu das Konzept zu Final Symphony vor, der sofort einwilligte.

Wer bei all den Infos sich immer noch fragt, warum er seit Symphonic Odysseys knapp 16 Monate auf ein neues Konzert warten musste, wo es doch im Jahr davor gleich zwei von der Sorte gab, sei wiederum auf das o.g. Interview verwiesen:

„I talked quite a lot about taking a break in the past, and certainly 2012 is the first year with less new concert content compared to before. This was needed in order to follow my dream of presenting a performance in Japan, which took much work and time.“

Dabei spricht die Tatsache, dass die rund 4600 Karten zu Symphonic Fantasies Tokyo binnen weniger Tage ausverkauft waren, für sich und einen erfüllten Traum.

Quellen: vgmlounge.de, spielemusikkonzerte.de, squareenixmusic.com, jpgames.de, vgmdb.net

Bild: Stammt aus dem schwedischen Videospielmagazin „Level“ und zeigt v.l.n.r. Mitsuda (Gitarre), Kikuta, Shimomura und Uematsu im Secret of Mana-Wald. Ich find’s toll. ^_^

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